Das letzte Gefecht der RAF: 26. Juni um 21.45 Uhr

Knapp 30 Jahre terrorisiert die Rote Armee Fraktion die Bundesrepublik. Ihre Mitglieder lernen immer mehr dazu. Die dritte Generation der RAF bleibt den Ermittlern über Jahre ein Rätsel.

Zeitzeugen und Journalisten geben einen tiefen Einblick in die damaligen Geschehnisse. Der ehemalige Leiter der BKA Anti-Terror-Gruppe Rainer Hofmeyer und seine Kollegin Christa Bellmann berichten detailliert vom Zugriff, seinen Vorbereitungen und seinen Folgen. Der ehemalige Innenminister Rudolf Seiters nimmt zu seinem Rücktritt Stellung. Heribert Prantl (SZ) und Michael Sontheimer (Spiegel) erzählen, wie der Fall damals von der Presse aufgenommen wurde. RAF-Experte und Jurist Butz Peters gibt Einblicke in das Ermittlungsverfahren nach dem tödlichen Schusswechsel.

Die Terroristen der dritten Generation morden mit nie gesehener Präzision und werden zu einem Phantom. Sie hinterlassen keine Spuren am Tatort, leben jahrelang unerkannt im Untergrund. Die Morde an Gerold von Braunmühl, Alfred Herrhausen und Detlev Rohwedder werden niemals aufgeklärt. Der Druck auf die Fahnder Anfang der Neunziger Jahre ist immens.

1992 gelingt dem Rheinland-Pfälzischen Verfassungsschutz ein unglaublicher Durchbruch. Die Geheimdienstler können einen V-Mann bis an die Führungsriege der RAF heranspielen. Beim nächsten Treffen mit RAF-Frontfrau Birgit Hogefeld wollen die Behörden zuschlagen. Der Zugriff wird sorgfältig geplant. BKA-Beamte und eine Einheit der GSG 9 verfolgen den V-Mann und Hogefeld bei ihrem Treffen in Mecklenburg-Vorpommern. Doch der Zugriff muss in letzter Sekunde umgeplant werden. Die Beamten erfahren überraschend, dass ein weiteres RAF-Mitglied eintreffen soll.

Der improvisierte Zugriff am Bahnhof endet mit einer wilden Schießerei. Birgit Hogefeld wird verhaftet, der V-Mann in Sicherheit gebracht. RAF-Mitglied Wolfgang Grams und ein junger GSG 9 Beamter werden von tödlichen Schüssen getroffen. Kurz darauf melden sich Medien mit angeblichen Augenzeugenberichten: Wolfgang Grams sei von der GSG 9 mit einem Kopfschuss geradezu hingerichtet worden. Rache für den getöteten Kollegen? Eine eingehende Untersuchung zeigt am Ende: Grams wurde nicht von den Beamten getötet – er starb durch einen Schuss aus seiner eigenen Waffe.

Doch die Aufarbeitung des Desasters führt zum Rücktritt des Innenministers – versuchten die Behörden doch lange Zeit, den V-Mann zu schützen. Seine Anwesenheit am Tatort wurde schlicht geleugnet. Ein dramatischer Fehler.

25 Jahre nach dem Zugriff rollt die Dokumentation die Geschichte noch einmal auf. Was geschah wirklich in Bad Kleinen? Wie starb Wolfgang Grams? Und welche Fragen sind bis heute unbeantwortet?

Der Film ist in einen Themenabend zur Geschichte der RAF eingebunden.

Bilder (c) ZDF/Jens Buettner