Am 20. August ab 20.15 Uhr

31. Juli 2019 – Mordfälle gab es auch im Osten, obwohl die DDR die Theorie von der sozialistischen Moral und dem „guten Menschen“ vertrat. Doch zwischen 1969 und 1989 kam es laut den veröffentlichten Statistischen Jahrbüchern der DDR zu 2263 Mord- und Totschlagsfällen. Dabei hatte die Aufklärung eines Verbrechens in der DDR oberste Priorität. Mit hohem Personaleinsatz und großem Aufwand sollten die Täter so schnell wie möglich hinter Schloss und Riegel gebracht werden. Die Kriminalisten in der DDR waren sehr gut ausgebildet und hatten in vielen Fällen Unterstützung vom Ministerium für Staatssicherheit. Denn auch die Stasi stellte bei Kapitalverbrechen professionelle und gut ausgestattete Ermittler.

Tödlicher Abgrund

Kinderreiche Familien wurden in der DDR üblicherweise besonders vom Staat unterstützt. Und doch war ein Ehepaar aus Wernigerode durch alle Kontrollen gerutscht. Denn erst nach umfangreichen Ermittlungen wurde klar, dass das Paar fünf Kinder sofort nach der Geburt getötet hatte. In Neubrandenburg sorgte 1984 eine Mordserie für Unruhe: Auf das Konto eines NVA-Soldaten gingen fünf Morde an Minderjährigen und jungen Männern.

Staatsmacht im Visier

Angriffe auf den Staat konnte die DDR-Führung nicht auf sich sitzen lassen und zog in solchen Fällen alle Register. Die neue Folge der Reihe „Mysteriöse Kriminalfälle der DDR“ befasst sich mit einem Polizistenmord, der 1981 in Leipzig stattfand. Die vermeintlich politische Tat entpuppte sich aber als tragische Eskalation der gescheiterten Republikflucht eines jungen, skrupellosen Mannes. Ein weiterer Fall behandelt die Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Sexualmord, in den ein NVA-Offizier verstrickt war. Um den Verdächtigen zu überführen, setzten die damaligen Ermittler auf eine Methode aus dem Geheimdienst- und Spionage-Milieu, den sogenannten Romeo-Trick. Sie setzen einen Gigolo auf die Frau des Täters an – und das mit Erfolg.

Fotos (c) ZDF/Bernd Marmulla/Polizeiakten und ZDF/BStU