31. Mai ab 22.15 Uhr bei ZDFinfo

Das Wort „Inquisition“ steht heute für eine der brutalsten Terrororganisationen der Geschichte. Mit ihrer Hilfe versetzten Kirche, Kaiser und Könige seit dem Hochmittelalter Europa in Angst und Schrecken. Die Reihe „Inquisition“ zeigt, wie und warum religiöse Fanatiker und Psychopathen im Namen des Christentums ungestraft und mancherorts jahrhundertelang massenhaft foltern und morden konnten. Es geht um Täter und Opfer, um gnadenlose Gerichtsverfahren und grausame Strafen – um Leben und Tod.

Folge 1: Templer und Katharer

Die Templer gehörten zu den einflussreichsten Ritterorden des Mittelalters. Ihre Macht war enorm – und für den französischen König Philipp den Schönen definitiv zu groß. Gnadenlos ließ der Monarch sie verfolgen, foltern und umbringen. Als willfährige Helfer erwiesen sich die Vertreter der Inquisition. Sie bezichtigten die Gotteskrieger der Ketzerei und Verderbtheit. Ähnlich lauteten die Vorwürfe gegen die in Südfrankreich lebenden Katharer. Auch hier schritten die Inquisitoren zu blutiger Tat.

Folge 2: Ketzerverfolgung in Spanien

Während Christoph Kolumbus für die spanische Krone Amerika entdeckte und damit das Tor zur Neuzeit aufstieß, erlebten auf der iberischen Halbinsel Juden und Moslems die Hölle auf Erden. Nur wenige Jahre zuvor hatten König Ferdinand II. von Aragón und Königin Isabella I. von Kastilien die sogenannte Spanische Inquisition als staatliche Behörde eingeführt. Am 6. Februar 1481 landeten die ersten Opfer auf dem Scheiterhaufen: sechs zum Christentum konvertierte Juden. Tausende sollten ihnen folgen.

Folge 3: Häretiker in England

England hat eine blutige Geschichte in Bezug auf religiöse Verfolgung. Es begann, als Heinrich VIII. 1534 England von der katholischen Kirche lossagte und die Church of England gründete, deren Kopf er selbst war. Katholiken wurden in großer Zahl verhaftet. Seine Tochter Mary I. vollzog eine schicksalhafte Wende. In ihrer kurzen Regentschaft wurden etwa 290 Protestanten wegen Ketzerei hingerichtet. 1570 entband Papst Pius V. die Katholiken von ihrem Treueschwur gegenüber der englischen Krone, was dazu führte, dass zwischen 1535 und 1681 3.000 Katholiken wegen Hochverrats hingerichtet wurden.

Folge 4: Hexenjagd

In Großbritannien gab es im 17. Jahrhundert zahlreiche Hexenjagden, bei denen Jäger das Land durchsuchten. Der berühmteste Hexenjäger war Mathew Hopkins aus Essex. Hexerei wurde als derartig widerliches Verbrechen angesehen, dass normale Verfahren nicht genug waren. Da man glaubte, dass der Teufel nie gestehen würde, musste man das Geständnis um jeden Preis von den beteiligten Menschen erlangen. Hopkins nutzte Techniken wie Schlafentzug, um Geständnisse zu erreichen. Man machte auch sogenannte Wasserproben oder suchte nach einem Zeichen des Teufels.

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