4. Juli bis 7. September 2019

19. Juni 2019 – In den Sommermonaten zeigt der Digitalsender ZDFinfo zahlreiche neue Dokumentationen unter anderem aus den Bereichen Geschichte, Politik und Nachhaltigkeit. Am 4. Juli geht es los mit „Ausgedieselt – Autofahrer zahlen die Zeche“. Drei Folgen von „House of Assad“ läuten den Sommer am  7. September aus.

Foto © ZDF/Thomas Frischhut

Die 90er-Jahre waren geprägt von einer Neuordnung der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges: Die Sowjetunion zerfiel und die Vereinigten Staaten verblieben als einzige Supermacht. Zudem war das Jahrzehnt geprägt von wesentlichen geopolitischen Entwicklungen wie der deutschen Wiedervereinigung, dem zweiten Golfkrieg und den Jugoslawienkriegen.

Die Grundlagen für bedeutende gesellschaftliche Umbrüche wurden durch das Aufkommen von Internet und Mobiltelefonen gelegt.

Teil 1: „1990 – 1992: Einheitsrausch und Eierwürfe“

1991 begannen im sich auflösenden Vielvölkerstaat Jugoslawien kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen. Am Ende versuchte die NATO, den Konflikt zu befrieden – unter deutscher Beteiligung und ohne UN-Mandat.

Auch innenpolitisch trieben die Deutschen viele Sorgen um: Die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan und diverse Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent ließen die Zahl der Asylsuchenden ansteigen. Immer heftiger wurde über ein verschärftes Asylrecht debattiert. Es kam zu gewaltsamen Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte. 1993 wurde die Asylgesetzgebung schließlich neu geregelt und verschärft.

Foto © ZDF/Thomas Frischhut

Teil 2: „1993 – 1996: Loveparade und Börsenfieber“

Die Euphorie über den Mauerfall war schnell verflogen, denn die Lebensverhältnisse in Ost und West glichen sich nur langsam an. Im Osten der Republik stieg die Zahl der Arbeitslosen. Die Treuhand steuerte die Anpassung der ehemals planwirtschaftlich arbeitenden volkseigenen Betriebe der DDR an die neuen Bedingungen der Marktwirtschaft. Im Transformationsprozess blieben etliche Unternehmen auf der Strecke.

Mobiltelefone, Computer und schließlich das World Wide Web begannen den Alltag der Deutschen nun spürbar zu verändern. Sogenannte Dotcom-Firmen, die ihre Profite im Bereich der Telekommunikations- und Informationstechnik, der Softwareherstellung und Biotechnologie generieren wollten, drängten in Scharen an die Börse. Die Börsenkurse wurden plötzlich zum Kantinenthema, und der Traum vom schnell verdienten Geld schien zum Greifen nah.

Foto © ZDF/Thomas Frischhut

Teil 3: „1997 – 1999: Bimbeskanzler und Arschgeweih“

Gegen Ende des Jahrzehnts änderte sich vieles auf der politischen Bühne in Deutschland: Nach der Wahl 1998 gab es erstmals eine rot-grüne Koalition im Bundestag. Die neue Regierung stimmte dem Einsatz der Bundeswehr im Kosovokrieg zu – dem ersten Kampfeinsatz deutscher Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg.

Musikalisch hatten die letzten Jahre der 90er eine bunte Vielfalt zu bieten. Guildo Horn und sein Songschreiber Stefan Raab verschufen dem Grand Prix einen neuen Popularitätsschub. Auch der Techno bestimmte maßgeblich den Lifestyle der in den 90er-Jahren pubertierenden Generation. Er war der prägende Musikstil der Dekade.

Volksparteien a.D.? – Zeitenwende in Deutschland | 18. Juli um 20.15 Uhr

Niemand konnte ahnen, dass es so schnell, so dramatisch, so chaotisch passieren würde: Die beiden Volksparteien, Union und SPD, stecken tief in der Krise – die Sozialdemokraten zeigen sogar Auflösungserscheinungen. Verglichen mit ihren Hochphasen hat die Union über 20 Prozent, die SPD weit über 30 Prozent der Wählerstimmen verloren. Wie konnte das passieren?

„Volksparteien a.D.?“ dokumentiert die Entstehungsgeschichten, spürt die Ursachen für die tiefe Krise der beiden Volksparteien auf, blickt ins Ausland und in die Zukunft. Steuern wir auf eine unsichere, kompromisslose und radikale Zeit zu, oder öffnen uns die sterbenden Partei-Dinos sogar einen freieren Blick auf eine lebendigere, herzhaftere Demokratie?

Foto © ZDF/Glynnis Jones

„Innere Unsicherheit – Bürgerwehr auf Streife“

In Deutschland tauchen immer wieder selbsternannte Bürgerwehren auf, die behaupten, die Straßen seien nicht mehr sicher. Die oft martialischen Auftritte und Streifgänge provozieren. Doch was steckt hinter dem Phänomen? Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche: Wer sind die Akteure? Welche Motivation haben sie? Was ist legal, und wo wird eine Grenze überschritten? Dabei wird schnell klar: So griffig der Begriff „Bürgerwehr“ in Zusammenhang mit Patrouillen im öffentlichen Raum auf den ersten Blick erscheint – dahinter kann sich vieles verbergen. Von besorgten Bürgern über reine Netzaktivisten bis zu rechtsextremen Gewalttätern, die unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen. In der Dokumentation kommen Opfer ebenso zu Wort wie Akteure aus der rechten Szene, Kritiker, Anwohner, Polizisten und Forscher.

„Sachsen zwischen Mauerfall und Rechtspopulismus. Eine Spurensuche“

Bei der Bundestagswahl 2017 holte die AfD in Sachsen die meisten Stimmen. Bei den Umfragen zur Landtagswahl im September 2019 liegt sie mit der CDU fast gleichauf. In Sachsen wurde Pegida gegründet, Chemnitz steht seit dem Herbst 2018 für rechtsextreme Ausschreitungen. Erklärungen dafür sind nicht leicht zu finden. Die CDU-geführte Landesregierung habe den keimenden Rechtsextremismus jahrzehntelang unterschätzt, so zahlreiche Experten. Doch viele der Gründe für die Fruststimmung, die einige Sachsen 30 Jahre nach dem Mauerfall ergriffen hat, liegen tiefer und weit zurück, wie die ZDFinfo-Dokumentation analysiert.

Foto © ZDF/SPIEGEL TV

„Störfall AfD – Das Netzwerk der Rechten“

Aktuell sitzen 91 Abgeordnete der AfD im Bundestag und bemühen sich um öffentliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig pflegen Teile der Partei ihre Kontakte ins Netzwerk der Neuen Rechten. Der Verfassungsschutz erkennt „Anhaltspunkte für eine gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgerichtete Politik“. Die Dokumentationbeleuchtet öffentliche und nicht öffentliche Aktivitäten in der „Alternative für Deutschland“ und in ihrem Umfeld – mit zum Teil unveröffentlichtem Filmmaterial. Namhafte Experten aus Wissenschaft und politischem Journalismus kommen zu Wort.

Nachhaltigkeit ist der Mega-Trend der letzten Jahre. Kaum eine Werbung oder Produktbeschreibung kommt noch ohne einen wohlklingenden Hinweis auf die nachhaltige Herstellung oder Verwendung aus. Umweltfreundliche, faire, biologische, regionale oder saisonale Produkte füllen ganze Regale. Der Nachhaltigkeit ist es gelungen, sich aus allen Öko- und Reformhaus-Nischen zu befreien. Nachhaltig zu leben, zu denken oder zu handeln, hat längst nichts mehr mit Verzicht, mit schlechtem Gewissen oder militanten Hardlinern zu tun. Ganz im Gegenteil: Nachhaltigkeit hat sich zu einem positiven Lebensgefühl entwickelt. Sie macht Spaß, ist ästhetisch, genussorientiert.

In zwei Folgen erzählt „Lebensretter“ wie Kaiserschnitt, Feuerlöscher, Sprungtuch, Rettungshund und Co. täglich das Leben retten können. Heute gelten diese Erfindungen als unumstrittene Lebensretter. Doch oft mussten sie erst gegen heftige Widerstände durchgesetzt werden. Manchmal half ein Zufall, die zündende Idee zu entfachen – manchmal aber war es aber auch ein Unglück. „Lebensretter Technik“ stellt diese Ideen und ihre Erfinder vor und erzählt die oft dramatischen Geschichten hinter den Geistesblitzen.

Im Juli 2019 jährt sich die erste bemannte Mondlandung zum 50. Mal. Doch was wissen wir eigentlich über unseren geheimnisvollen Nachbarplaneten? „Faszination Weltraum“ widmet sich den grundlegenden Fragen nach dem Entstehen und Zusammenspiel der Himmelskörper. Die kurzweilige Dokumentation erläutert viele astrophysikalische Details, wie zum Beispiel die Frage, wie es ein Teil des Mondes trotz der 380.000 Kilometer Entfernung zur Erde geschafft hat. Zudem wird der Frage nachgegangen, was der Mond eigentlich ist und wo er herkommt.

Foto © ZDF/National Archives, Washington.

Die Dokumentationsreihe „Der Zweite Weltkrieg“ versteht sich nicht als kulturhistorische Aufarbeitung der Geschichte, sondern als andere Form der Darstellung des Krieges auf der Basis der neuesten militärhistorischen und zeitgeschichtlichen Forschungen. Da nur noch wenige Zeitzeugen am Leben sind und ihre persönlichen Schicksale erzählen können, konzentriert sich die Reihe auf Analysen von Historikern und Experten – und auf die originalen Filmaufnahmen und Fotos. In jeder Folge werden zwei Dokumentar- bzw. Propagandafilme vorgestellt, die das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Mitteln darstellen. Die Erzählweise bleibt dennoch eine chronologische.

Foto © ZDF/SPIEGEL TV

In den letzten 100 Wochen vor dem Zweiten Weltkrieg deutete nichts auf einen baldigen Krieg hin. Doch die Wahrheit  hinter der Propaganda war: Hitler wollte den Krieg – und es gab eine gezielte Planung für einen Weltkrieg. „Countdown zum Zweiten Weltkrieg“ erzählt in vier Teilen, was in den Tagen vor dem Überfall auf Polen passierte.

Die Dokumentation blickt auf die Migration und geht der Frage nach, welche langfristigen Auswirkungen die Haltung von Merkel und Macron mit sich bringt. Inwieweit hat die Zuwanderung zu einer gesellschaftlichen Spaltung beigetragen und welche Folgen zeichnen sich für Europa ab? Seit Kanzlerin Angela Merkel 2015 für Flüchtlinge die Einreise gewährte, fegt eine Diskussion durch Deutschland und Europa. Im Zeitraffertempo wurden liberale Werte in Frage gestellt, politische Koordinaten verschoben und Regierungen und Parteien in Schwierigkeiten gebracht.

„House of Assad“ erzählt die Geschichte der syrischen Herrscherfamilie Assad, eingebunden in die historischen Ereignisse von der Machtübernahme Hafiz al-Assads bis zur heutigen Lage im Krieg, den Sohn Baschar al-Assad führt.