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14. Juli ab 20.15 Uhr

26. Juni 2019 – Die 90er-Jahre waren geprägt von einer Neuordnung der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges: Die Sowjetunion zerfiel und die Vereinigten Staaten verblieben als einzige Supermacht. Zudem war das Jahrzehnt geprägt von wesentlichen geopolitischen Entwicklungen wie der deutschen Wiedervereinigung, dem zweiten Golfkrieg und den Jugoslawienkriegen. Die Grundlagen für bedeutende gesellschaftliche Umbrüche wurden durch das Aufkommen von Internet und Mobiltelefonen gelegt.


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14. Juli um 20.15 Uhr

Teil 1: 1990-1992: Einheitsrausch und Eierwürfe

1991 beginnen im sich auflösenden Vielvölkerstaat Jugoslawien kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen. Am Ende versucht die NATO, den Konflikt zu befrieden – unter deutscher Beteiligung und ohne UN-Mandat. Auch innenpolitisch treiben die Deutschen viele Sorgen um. Die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan und diverse neue Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent lassen die Zahl der Asylsuchenden ansteigen. Immer heftiger wird über ein verschärftes Asylrecht debattiert. Es kommt zu gewaltsamen Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte. 1993 wird die Asylgesetzgebung schließlich neu geregelt und verschärft.


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14. Juli um 21.00 Uhr

Teil 2: 1993 – 1996: Loveparade und Börsenfieber

Die Euphorie über den Mauerfall ist schnell verflogen, die Lebensverhältnisse in Ost und West gleichen sich nur langsam an. Im Osten der Republik steigt die Arbeitslosigkeit an. Die Stimmung ist mehr und mehr getrübt. Die Treuhand steuert die Anpassung der ehemals planwirtschaftlich arbeitenden volkseigenen Betriebe der DDR an die neuen Bedingungen der Marktwirtschaft. Im Transformationsprozess bleiben etliche Unternehmen auf der Strecke.

Zugleich wird die DDR zum Eldorado westdeutscher Aufbauhelfer jeglicher Couleur, auch einige unseriöse sind dabei. Einer der windigsten ist der Bauunternehmer Jürgen Schneider. 1994 bricht sein mit Krediten finanziertes Firmenkonstrukt zusammen. Er hinterlässt einen Schuldenberg von mehr als fünf Milliarden D-Mark und flieht ins Ausland, wo er schließlich vom FBI in Miami gefasst wird.


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Mobiltelefon, Computer und schließlich das World Wide Web beginnen jetzt den Alltag der Deutschen spürbar zu verändern. Sogenannte Dotcom-Firmen, die ihre Profite im Bereich der Telekommunikations- und Informationstechnik, der Softwareherstellung und Biotechnologie generieren wollen, drängen in Scharen an die Börse. Die Börsenkurse werden plötzlich zum Kantinenthema, und der Traum vom schnell verdienten Geld scheint zum Greifen nah.

14. Juli um 21.45 Uhr

Teil 3: 1997 – 1999: Bimbeskanzler und Arschgeweih

Gegen Ende des Jahrzehnts ändert sich vieles auf der politischen Bühne in Deutschland. Nach der Wahl 1998 gibt es erstmals eine rot-grüne Koalition im Bundestag. Kanzler: Gerhard Schröder.


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Außenminister: Joschka Fischer von den Grünen. Die neue Regierung stimmt dem Einsatz der Bundeswehr im Kosovokrieg zu, der erste Kampfeinsatz deutscher Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch in der CDU kriselt es. Erste Absetzbewegung von Übervater Kohl.


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Musikalisch haben die letzten Jahre der 90er einiges an bunter Vielfalt zu bieten. Guildo Horn und sein Songschreiber Stefan Raab erzeugen einen Medienhype. Sie verschaffen dem Grand Prix einen neuen Popularitätsschub. Auch der Techno bestimmt maßgeblich den Lifestyle der in den 90ern pubertierenden Generation. Er ist der prägende Musikstil der Dekade.


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