Jan 11 2018

ZDFinfo: Von der Keule zur Rakete


Die Geschichte der Gewalt

Waffen stehen für Gewalt und Tod. Doch eine Welt ohne Waffen ist kaum vorstellbar, schließlich waren Waffen schon immer da. Wie sie die Schlachtfelder der Geschichte geprägt und gleichzeitig Technologie und Zivilisation vorangebracht haben, erzählt die zehnteilige Reihe „Von der Keule zur Rakete – Die Geschichte der Gewalt“.

Jede Folge schlägt einen Bogen von der Frühgeschichte der Menschheit bis in die Gegenwart – und fragt schließlich, wo die Waffenentwicklung in der Zukunft hinsteuert. Die Themen sind so vielfältig wie die Kriegsgeschichte: Wie revolutioniert ein kleines Bleigeschoss die Kriegsführung im 19. Jahrhundert und sorgt zugleich für die Gründung der ältesten internationalen Hilfsorganisation? Welche ist die tödlichste Waffe der Welt?

Psychologen, Physiker, Rechtsmediziner und Militärhistoriker kommentieren anschaulich die großen Entwicklungslinien – und widmen sich Mythen und überraschenden Verknüpfungen: Wie unerwartet einsetzender Regen ganze Schlachten entschieden hat oder wie die moderne Massenproduktion bereits vor über 2000 Jahren in chinesischen Waffenschmieden erfunden wurde.

Distanzwaffen

Der Schuss aus der Distanz garantiert Kriegern bessere Überlebenschancen. Waffenexperten testen in Experimenten, wie die wichtigsten Distanzwaffen der Geschichte funktionieren: Der Speer der Römer schaltete mit einem Trick die Gegner reihenweise aus. Der Langbogen machte England im Mittelalter zur gefürchteten Streitmacht. Und im 19. Jahrhundert führte ein nur drei Zentimeter großes Geschoss zu viel Blutvergießen auf den Schlachtfeldern.

Moderne Armeen experimentieren mit Science-Fiction-Waffen wie der „Railgun“, die auf mehrere Hundert Kilometer präzise trifft. Ob sie die Menschheitsgeschichte ähnlich stark prägen wird wie der Speer, wird die Zukunft zeigen.

Angriff aus der Luft

Durch die Möglichkeit, feindliche Truppen und Städte aus der Luft anzugreifen, bekam die Kriegsführung eine neue Dimension. Spektakuläre Experimente zeigen, wie die wichtigsten Erfindungen funktionieren.

Schon im Mittelalter, lange vor der Erfindung der Flugzeuge, entwickelten findige Heeresführer Technologien wie Brandpfeile und die ersten Raketen, um den Gegner aus der Luft zu treffen. Seit dem Ersten Weltkrieg gehören Bombenangriffe zu den verheerendsten Kriegsmitteln.

Unbemannte Kampfdrohnen sind heute vielfach im Einsatz. Die Piloten sitzen in der sicheren Kommandozentrale, weit weg vom Kriegsgeschehen. Werden vernetzte Drohnen in Zukunft auch selbst entscheiden, wann sie aus der Luft zuschlagen?

Waffen für jedermann

Um den Gegner im Nahkampf zu besiegen, wurden im Lauf der Geschichte immer effektivere Waffen entwickelt. Wie sie Physik und Psyche ausnutzen, testen internationale Waffenexperten. Während das römische Kurzschwert, genannt „Gladius“, sowie der mittelalterliche Kriegshammer auf möglichst schwere Verletzungen abzielen, setzt das Bajonett auf den Abschreckungseffekt. Wie reagieren Testpersonen in der virtuellen Realität auf einen Bajonett-Angriff? Im Nahkampf wird der Soldat nun selbst zur Waffe – mit dem Exoskelett, einer Apparatur, die ihm Superkräfte verleiht. Der Soldat der Zukunft – halb Mensch, halb Maschine?

Nahkampf

Waffen, die auch ungeübte Soldaten schnell meistern können, verschaffen Armeen große Vorteile. Waffenexperten und Laien ohne Vorkenntnisse testen die drei wichtigsten Jedermann-Waffen: Mit der Armbrust konnten plötzlich einfache Bauern die Ritter vom Pferd holen. Später wehrten Söldner mit der Pike, einem langen Holzstab, Angriffe der Kavallerie ab. Heute ist die Kalaschnikow wegen ihrer einfachen Bedienbarkeit die tödlichste Waffe der Welt.

Heute gibt es auch bereits Waffen aus dem 3D-Drucker. Wenn sie in naher Zukunft massentauglich werden, könnte das die Bedrohung durch Krieg und Terror entscheidend verschärfen.

Die erste Folge wird am Mittwoch, 21. Februar 2018, um 20:15 Uhr auf ZDFinfo ausgestrahlt.

Fotos (c) ZDF, Jörn Schnitger, Roman Radchenko, Vivien Schwarzenberg