Jul 19 2017

ZDFinfo: Mythos Darknet


Verbrechen, Überwachung, Freiheit.

Es ist eine wieder gebrauchsfähig gemachte Theaterwaffe von der Marke Glock 17, die an einem Nachmittag im Hochsommer 2016 traurige Berühmtheit erlangte: In den Händen des 18-jährigen Schülers David S. wurde sie zur tödlichen Waffe des später als Amoklauf von München bekannten Ereignisses. Mit dieser Waffe hatte S. am Ende des 22. Juli 2016 neun Menschen getötet, 32 weitere waren verletzt. Der letzte Schuss aus der Glock galt dem 18-Jährigen selbst, er richtete sich vor den Augen der eintreffenden Polizisten.

Eine Frage unter vielen, die die Öffentlichkeit in den Nachwehen der schrecklichen Tat beschäftigen: Wie kam David S., ein Schüler ohne Waffenschein, an die Pistole? Die Antwort wird wenige Tage später nachgeliefert: Er bezog die Waffe im Darknet, einem nur durch einen speziellen Browser zugänglichen Teil des Internets. Aus Anlass des ersten Jahrestags der Schreckenstat von München, liefert ZDFinfo in dieser 45-minütigen Dokumentation Einblicke in den „Mythos Darknet“ und blickt hinein in die vermeintlich „dunkle Seite des Internets“.

Autor Andreas Wagner (der für ZDFinfo bereits die Dokumentation „Hacker, Freaks und Funktionäre: Der Chaos Computer Club“ realisierte) hat sich dafür mit Unterstützern der Darknet-Technologie getroffen, hat IT-Sicherheitsexperten am Londoner King’s College befragt und mit Europol-Ermittlern in Den Haag über ihre Arbeit im digitalen Schattenreich gesprochen. Herausgekommen ist ein Film, der detailliert aufzeigt, wie das Darknet von einem Projekt des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu einem florierenden Marktplatz für menschliche Abseitigkeiten werden konnte. Er zeigt aber auch, welchen positiven Nutzen das Darknet beispielsweise in repressiven Regimen für die dort arbeitenden Journalisten hat.

„Mythos Darknet“ eröffnet am 20. Juli um 20.15 Uhr das ZDFinfo-Sommerprogramm.

Bilder (c) ZDF