Nov 08 2017

ZDFinfo: Bordell Deutschland


Milliardengeschäft Prostitution.

Die Prostitutionsgesetzgebung, die 2002 in Deutschland in Kraft getreten ist, ist eine der liberalsten Europas – seitdem sind immer mehr Bordelle entstanden. Das Geschäft boomt, mit bizarren Auswüchsen: Von Flatrate- über Edel- bis hin zu sogenannten Gangbang-Bordellen, in denen eine Frau mit mehreren Männern gleichzeitig Sex hat, scheint nichts unmöglich. Den Männern gefällt das, und zwar nicht nur den deutschen.

Denn längst ist Deutschland zum Paradies für Sextouristen aus der ganzen Welt geworden. Internationale Unternehmen organisieren mehrtägige Rundreisen quer durch die deutsche Bordell-Landschaft. Doch der liberale Umgang mit der Prostitution hat dramatische Nebenwirkungen: Zwangsprostitution und Menschenhandel sind keine Seltenheit. Zwischen 80 und 90 Prozent der Prostituierten kommen aus dem Ausland, die wenigsten arbeiten freiwillig, viele werden gezwungen. Die Bedingungen werden immer schlimmer, oft sind sie menschenunwürdig. Im Rotlicht-Milieu dominieren kriminelle Organisationen – und mit ihnen das Verbrechen, Frauen- und Drogenhandel. Aber wie konnte es so weit kommen?

Schuld sei, so Experten und Insider, die Bundesregierung. Sie sei der größte Zuhälter der Prostitution. Der Staat kassiere die enormen Steuereinnahmen der boomenden Sexindustrie und ignoriere dabei, dass die Prostituierten systematisch ausgebeutet und zerstört werden – er fördere das mit seiner Gesetzgebung sogar. Die Dokumentation zeigt, wie schlimm die Zustände in der Prostitution tatsächlich sind und deckt auf, welche Rollen Prostitutionsverbände, Bordellbetreiber und die Politik spielen.

Der Film von Christian P. Stracke, produziert von medi cine, läuft am 18.11. um 22.00 Uhr bei ZDFinfo.

Bilder: (c) ZDF/Jan Sindel